Ende des Nanowrimo 2011

Der Dezember ist gekommen und mit ihm naht nicht nur die Weihnachtszeit und der Winter, trotz einiger noch verblüffend milder Tage, sondern es beudetete auch das Ende des diesjährigen National Novel Writing Month, kurz Nanowrimo.
Wie schon in den letzten zwei Jahren habe ich auch in diesem November mit Freude an dem online Event teilgenommen.
Ich hatte gehofft in diesem Monat weitere Einträge hier im Blog zu schreiben, bin aber doch nicht dazu gekommen. Lieber habe ich mich auf das Wesentliche konzentriert und an meinem Roman geschrieben.
Vielleicht fragt ihr euch, was den Nano für mich zu etwas so Besonderem macht, dass ich dafür jeden Tag des vergangenen Monats einige Stunden früher aufstand um fleißig in die Tasten zu hauen und mein Tagespensum von 1.667 Worten zu schaffen.
Im letzten Blogeintrag hatte ich den Nano als einen Wettbewerb bezeichnet. Eigentlich ist es das falsche Wort und selbst einige der Schreibkontakte, die ich bisher kennengelernt habe, scheinen es nicht zu begreifen. Sie wollen ihr Hobby nicht zu einem Wettbewerb machen, was ich verstehen kann.
Doch es ist kein Wettbewerb im eigentlichen Sinne. Nicht für mich. Es geht mir nicht darum, mich mit anderen zu messen.
Wenn jemand es als solches sieht, ist das seine Sache.
Was ich im Nano sehe, ist vielmehr eine Motivationshilfe und eine potentielle Chance mich mit anderen (Hobby-)Autoren auszutauschen.
Hmm, ist das Wort Hobby wirklich notwendig, fragt mein innerer Kritiker, der den letzten Monat über im Keller eingesperrt war und an den Wänden gescharrt hat. Nun ist er wieder da, aber ich hoffe er hat aus seiner Auszeit gelernt. Seine Aufgabe ist Wachstum nicht Stillstand.
Nein, ich glaube, dieses Wort “Hobby” ist, wie in so vielen Bereichen unserer Gesellschaft, unnötig. Ich habe das Gefühl es ist eine typisch deutsche Angewohnheit etwas Großartiges kleinzureden, nur weil jemand vielleicht (noch) wenig Fürsprecher hat.
Was unterscheidet den Profi von einem Hobbyisten? Nicht zwangsläufig das Können, aber manchmal ein aussagekräftiges Werk und die soziale Akzeptanz dessen.
Vor allem aber die Tatsache, der Profi tut es für Geld.
Klingt schmutzig? Denkt mal darüber nach.
Also sagen wir einfach Autoren und sparen uns ganz im Geist des Nanowrimo eine unterbewusste Wertung durch das Wort “Hobby”.
Ich für meinen Teil kann sagen, ich habe Menschen erlebt die etwas als Hobby Betreiben und unglaubliches schaffen. Allein indem sie ihr Talent und ihr Herzblut in etwas hineinstecken. Nur verläuft es am Ende leider oft im Sande und das ist schade, denn dadurch bleibt es oft ihr kleines Geheimnis.
Oder noch schlimmer, sie fangen gar nicht erst an, weil sie bereits erahnen, dass sie die Reise in die Welt ihres Romans alleine antreten und niemandem davon erzählen werden. Vielleicht lässt ihr innerer Kritiker es nicht zu oder ihr Umfeld hat kein Interesse an dem Schatz, den sie auf das Papier gebannt haben.
Es sind Geschichten, erzählt für die Einsamkeit eines Aufbewahrungskartons, der schließlich auf den Dachboden verschwindet. Dort warten die Geschichten im Staub der Jahre, bis die Blätter vergilbt sind, in der Hoffnung des Autors, sie würden reifen wie ein guter Wein. Von alleine tun sie das nicht.
Ich habe nicht vor es soweit kommen zu lassen. Im Gegenteil.
Im Laufe dieses Jahres habe ich für mich persönlich einen weiten Weg zurückgelegt und es war nicht einfach.
Erst jetzt fange ich wieder an mehr zu schreiben und ich merke, wie gut es mir doch eigentlich tut. Wie wertvoll es für mich ist.
Ich war stets ein Mensch, erfüllt von Träumen und großen Zielen. Wenn ich zum Horizont blicke, muss ich etwas sehen auf das ich mich zubewegen kann, um über mich selbst hinaus zu wachsen.
Ich brauche etwas, was für mich persönlich einen echten Wert hat und daran möchte ich arbeiten und dafür kämpfen.
Das ist einer von vielen Gründen, weshalb mir das Schreiben soviel bedeutet. Es ist ein wundervoller Weg, um selbst als einzelner Mensch etwas zu erschaffen und das Leben anderer zu bereichern.
Etwas zu schaffen, was unterhält und erfreut, was den Verstand und das Herz bewegt und aufzeigt, wieviel mehr unsere Welt doch zu bieten hat, als man im Alltag manchmal erahnt.
Zudem ist das Schreiben ein großartiges Stützgerüst, wie Stephen King schrieb. Oder wie Neil Gaiman sagte, “Tomorrow may be hell, but today was a good writing day, and on the good writing days nothing else matters.”
Genau das ist es. Manchmal kommen uns die Tage, die wir verbringen bedeutungslos vor, doch sie haben stets die Bedeutung, die wir ihnen geben. Wir können nicht alles von Heute auf Morgen verändern, manches braucht Zeit, doch man kann daran arbeiten Tag für Tag.
Mich hat dieser November daran erinnert, wie wichtig das Schreiben mir ist und ich habe schon jetzt den Vorsatz gefasst, von nun an regelmäßig zu schreiben. Ebenso wie ich regelmäßig lese.
In den Dreißig Tagen des Nanowrimo habe ich 51.936 Worte geschafft und das ganz ohne mich zu stressen. Im Gegensatz zu den letzten zwei Jahren habe ich mich für eine ganz neue Geschichte entschieden und vergleichsweise wenig zuvor geplant. Es hat erstaunlich gut funktioniert. Die Rohfassung des Romans ist noch nicht abgeschlossen, sondern vielmehr an einem natürlichen Haltepunkt in der Geschichte angelangt, der den zweiten Teil der Geschichte einläutet.
Ich möchte nicht zuviel verraten, aber ich bin selbst schon gespannt wie sich die Geschichte weiter entwickelt. Bisher habe ich die Protagonisten schon ziemlich lieb gewonnen.
Zumindest die Synopsis zur Nanowrimo Geschichte möchte ich euch aber nicht vorenthalten… Viel Spaß und bis zum nächsten Eintrag.
“An die Zeit vor dem Waisenhaus, in dem Lilar und Nathan leben, erinnern sie sich kaum noch.
Es ist ein trostloser Ort; die Räume sind karg, heruntergekommen und überfüllt mit Kindern. Niemanden kümmert es, was aus ihnen wird.
Doch gerade in dieser Umgebung, der jegliche menschliche Wärme fehlt, haben die beiden Kinder einander gefunden und sich angefreundet. Sie sind nicht wie die anderen.
Nathan ist wissbegierig und geschickt. Lilar wortgewandt und mutig.
Neugierig erforschen sie ihre Welt im Geheimen und wagen sich selbst an verbotene Orte, wie den Südflügel, um den sich zahlreiche Schauergeschichten drehen.
Das mochten nur Märchen sein, doch die beiden sind sich einig: Etwas Merkwürdiges geschieht unter ihrer aller Augen …
Eines Nachts wird Nathan von den Schwestern fortgebracht, doch sie haben nicht mit Lilar gerechnet, die ihnen heimlich folgt.”


